Ein beeindruckendes Hörerlebnis

Begeisterter Beifall und Standing Ovations

Am Sonntag den 15. Januar  war im Eberbacher Museum am Alten Markt im Rahmen der alljährlichen Museumskonzerte die Weihnachtshistorie (1664) (SWV 435) von Heinrich Schütz (1585-1672) zu hören.  Die Ausführenden des ca. 40 Minuten dauernden Werkes mit großer Sänger- und Instrumentalistenbesetzung im Original war hier auf die Orgel reduziert. Ausführende waren der SAP-Chor, das Vokalensemble pro Arte, die Singing Dreams (Liedertafel Leimen ), die Solisten Hans-Jörg Rutsch und Manfred Hennige (Evangelisten-rezitative), Carolin Samuelis, Marieta Koch, Sabrina Vieweg (Engelsstimmen), Sören Lätsch (Herodes) und Thomas Adelberger, der mit der Orgel die ganze ‚Sinfonia‘ (Instrumentarium) hervorragend ersetzt hatte.  Hans-Josef Overmann war Initiator und  Dirigent des Ganzen. Der ehemalige Ratssaal hatte den großen Besucherandrang nur über zusätzliche Sitzgelegenheiten meistern können.

Die „HISTORIA“ –  der Freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marias Sohn, JESU CHRISTI, unsers einzigen Mittlers, Erlösers und Seligmachers“ (in Originalorthographie) ist Schützens populärstes Werk. Es wird trefflich so charakterisiert: “Ihrer ganzen Anlage und Durchführung nach hat die Schütz‘sche Weihnachtshistorie als das erste deutsche Oratorium zu gelten, das über die Form des bloßen Dialogs hinausgeht, d. h. nicht nur eine einzige Szene ausspinnt, sondern verschiedene Situationen verbindet und dabei von allen Mitteln der damaligen Kunstmusik Gebrauch macht“.

Die beiden reich mit Sängern besetzten und ebenso ausinstrumentierten Rahmensätze boten den Chorsängern, dem Organisten und dem Dirigenten die Möglichkeit, diese sowohl homophon akkordischen wie kontrapunktisch mehrstimmigen, doppelchörigen Sätze präzis, klang- und wirkungsvoll mit ihren Wiederholungen, Verzierungen und Koloraturen vorzustellen. Als Konzerteinleitung waren erklungen die Lieder „Im Stroh in der Krippe“, „Kein Bett war im Raum“, (Weihnachtslied der Mormonenchristen) und „Maria durch ein Dornwald ging“ (altes katholisches Wallfahrts-, dann Adventslied.

 Dankbarer, verdienter, begeisterter Beifall samt ’standing ovation‘ beschloss das Konzert. Wiederholt wurden der eindrucksvolle Schlusssatz „Dank sagen wir alle“ und das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ war sehr passend in dieser kunstvollen Einrichtung, und der Chor trug einfühlend und klangvoll vor. Es drang noch durch bei den Schlussworten der Museumsvereinsvorsitzenden Prof. Stupperich:  In einem kommenden Museumskonzert wird Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ zu hören sein.

Auszüge aus dem Eberbach Channel vom Sonntag, 19.02.2017