Einfach wunderbar

Orpheus und Eurydike im Kurpfalz-Centrum der Stadt Leimen

Eine interessante Geschichte und musikalischer Leckerbissen erwartete das anspruchsvolle Publikum am 11. Juli 2015 um 18.00 Uhr im Kurpfalz-Centrum der Stadt Leimen. Interpretiert wird diese Oper in konzertanter Aufführung von „Pro Arte“ der Liedertafel Leimen und „Pro Musica“ von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter der Leitung von Hans-Josef Overmann. Niemand war dem sangeskundigen Orpheus gleich, dem Apollon selbst ein Saitenspiel geschenkt hatte. Wenn Orpheus es zu seinem Gesang ertönen ließ, kamen die Tiere des Waldes herbei, den wundersamen Klängen zu lauschen, und man sagt, selbst die Bäume und die leblosen Steine wurden von der Zaubergewalt der Töne bewegt. Eurydike, die holdselige Flussnymphe, war die Gattin des Sängers. Nur allzuschnell wurde das Glück der Liebenden zerstört. Eines Tages, als Eurydike mit ihren Freundinnen, den Nymphen, am Flussufer spielte, wurde sie von einer giftigen Natter in die Ferse gebissen, und auf der Stelle sank sie sterbend zu Boden. Orpheus konnte sich vor Schmerz nicht fassen. Vergeblich suchte er Trost in seiner Sangeskunst, vergeblich lockte er aus seinem Saitenspiel die schönsten Töne, so dass alle Wesen der Natur ringsum in sein Wehklagen einstimmten: weder sein Lied noch sein Gebet brachte die tote Gattin zurück. Gemeinsam mit Hirten und Hirtinnen beweint Orpheus am Grab deren Verlust. Als er die Götter um Gnade bittet, erscheint Amor, der Liebesgott, mit der Nachricht, dass Zeus (Jupiter) dem Sänger den Abstieg zum Hades erlaube: Wenn es ihm gelingt, die Furien dort mit seinem Gesang zu rühren, darf er Eurydike wieder zu den Lebenden zurückführen, unter der Bedingung, dass er sich beim Rückweg nicht zu ihr umsieht. Orpheus dankt, nimmt seine Leier und macht sich auf den Weg.

Nach der „Fledermaus“, der „Zauberflöte“, My Fair Lady“ und der „Hochzeit des Figaro“ stand nun „Orpheus und Eurydike“ auf dem Programm. Die Gesangsklasse von Hans-Josef Overmann in Zusammenarbeit mit dem Vocalkonsort „Pro Musica“ von der pädagogischen Hochschule Heidelberg im Fach Kunst sowie dem Chor „Pro Arte“ von der Liedertafel Leimen hatten sich diesmal die weltbekannte Oper von Christoph Willibald Gluck mit der bezaubernden Geschichte vorgenommen. Fünf Aufführungstermine hatte Hans-Josef Overmann organisiert, und auch die grosse Kreisstadt Leimen kam in den Genuss einer Aufführung. Im Kurpfalz-Centrum bewiesen Studenten und „Pro Arte“, begleitet von Adelheid Lechler am Flügel hohes Talent und musikalisches Feingefühl. Bei den Opernprojekten der PH Heidelberg wird auf gute Verständlichkeit Wert gelegt, sowie auf eine Moderation, die den Ablauf der Oper erklärt. Und so wurde die wundervolle Geschichte nebenbei für das Publikum gut verständlich erzählt und der Fortlauf erklärt. Dafür sorgte Liane Opitz auf sehr charmante Weise. In der Rolle des Orpheus glänzten Claudia Hügel, Sabine Reiser und Juliana Sieg mit ihren wundervollen Altstimmen. Als Eurydike fungierte Carolin Samuelis-Overmann mit ihrem unglaublichen Sopran. Als Amor stand Sabrina Vieweg auf der Bühne. Vor allem die Duette mit Orpheus alias Sabine Reiser und Eurydice (Carolin-Samuelis-Overmann) und Orpheus (Sabrina Vieweg) beeindruckten besonders, wie auch die gesangliche Harmonie des Chores. Das Publikum dankte in besonderer Weise immer iwder. Es war ein – wie schon zu Beginn gesagt, es war ein wundervolles Konzert.